19. Oktober 2026 Autor: Lisa-Marie Trothe
Mehrere Filamentrollen stehen bereit, jede mit einer anderen Farbe oder Materialeigenschaft. Von den Rollen laufen dünne Kunststofffäden zu den Extrudern. Das Material schmilzt, Bahn für Bahn wird eine Druckfläche aufgetragen. Schicht für Schicht nimmt ein mehrfarbiges Modell eines Flugzeugs Gestalt an.
Besonders bei Einzelteilen, Prototypen und kurzfristig benötigten Ersatzteilen bietet die additive Fertigung große Freiheiten. Bauteile lassen sich direkt aus dem digitalen Modell herstellen und bei Bedarf schnell anpassen. Als zukunftsorientierte Ausbildungsstätte hat die SLV Halle GmbH am Standort in Bernburg in neue 3D-Drucker investiert. Drei der Modelle können bis zu fünf verschiedenen Farben und Materialien in nur einem Vorgang herstellen.
Mit dem Ausbau des Maschinenparks im BTZ Bernburg können Lehrgangsteilnehmende komplexere Aufgabenstellungen bearbeiten und verschiedene Material- oder Konstruktionsvarianten unmittelbar miteinander vergleichen. Die neuen Drucker schaffen zugleich die technischen Voraussetzungen, um die Qualifizierung im Bereich der additiven Fertigung auszubauen.
„Ab 2027 bieten wir einen Workshop zum kunststoffbasierten 3D-Druck an. Darüber hinaus prüfen wir die Entwicklung eines Lehrgangs zur Fachkraft für Additive Fertigung“, erklärt Sven Noack, Abteilungsleiter Aus- und Weiterbildung der SLV Halle GmbH und Leiter der Betriebsstätte Bernburg.
Mit den neuen Systemen können die Ausbilder den vollständigen Weg vom Entwurf bis zum fertigen Bauteil anleiten. Noch bevor der Druck beginnt, entsteht es am Bildschirm. Die Teilnehmenden erstellen oder bearbeiten ein CAD-Modell, wählen geeignete Materialien aus, bereiten die Druckdaten vor und legen die Prozessparameter fest. Anschließend prüfen sie das gedruckte Bauteil und passen bei Bedarf die Konstruktion oder die Einstellungen des Druckers an. Konstruktion und praktische Fertigung greifen dabei unmittelbar ineinander. Gleichzeitig werden CAD-Kenntnisse und räumliches Vorstellungsvermögen gefördert.
Der Lehrgangsfokus bleibt jedoch auf der Auswahl passender Fertigungswege für konkrete Bauteile und Aufgabenstellungen. Deshalb erfahren Teilnehmende außerdem, für welche Anwendungen additive Verfahren geeignet sind und wo konventionelle Fertigungsverfahren Vorteile bieten. Je nach Geometrie, Stückzahl und Anforderung nämlich kann der 3D-Druck die zerspanende Fertigung ergänzen oder eine wirtschaftliche Alternative darstellen.
Additive Fertigung ist der übergeordnete Fachbegriff für verschiedene Verfahren, bei denen Bauteile aus digitalen 3D-Daten durch Materialzugabe entstehen. Die SLV Halle GmbH arbeitet dabei sowohl mit Kunststoff als auch Metall.
Der Begriff 3D-Druck wird umgangssprachlich häufig synonym verwendet, bezeichnet technisch jedoch vor allem Verfahren, bei denen Material über einen Druckkopf oder eine Düse aufgetragen wird.
Details
Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind technisch notwendig, während andere uns helfen, diese Website zu verbessern oder zusätzliche Funktionalitäten zur Verfügung zu stellen.
Notwendige Cookies ermöglichen grundlegende Funktionen und sind für die einwandfreie Funktion der Website erforderlich.
Statistik Cookies erfassen Informationen anonym. Diese Informationen helfen uns zu verstehen, wie unsere Besucher unsere Website nutzen.
Um Inhalte von Videoplattformen und Social Media Plattformen anzeigen zu können, werden von diesen externen Medien Cookies gesetzt.