MINT-EC-Schülercamp in Halle macht Werkstoffprüfung erlebbar

20 Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland erhielten Ende April in Halle (Saale) praxisnahe Einblicke in moderne Werkstoffprüfung und Schweißtechnik. Gemeinsam mit dem Georg-Cantor-Gymnasium Halle organisierte die SLV Halle GmbH das MINT-EC-Schülercamp, das junge Talente gezielt an technische Fragestellungen und industrielle Prüfverfahren heranführte.

Die Teilnehmenden hatten sich zuvor erfolgreich für das Camp beworben, das neben der SLV Halle GmbH auch durch die Elektro-Thermit GmbH & Co. KG sowie das Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS unterstützt wurde. Ziel des nationalen Excellence-Netzwerk MINT-EC ist es, durch praktisches Erleben früh für technische Berufe zu begeistern.

Moderne Prüftechnik im Praxiseinsatz

Nach einer kurzen Begrüßung und Einführung durch Geschäftsführer Steffen Wagner, erhielten die Teilnehmenden zunächst Einblicke in historische Schweiß- und Prüftechnik. Im DVS-Schaudepot zeigte Uwe Mückenheim, Fachbereichsleiter Lichtbogenschweißen, anhand ausgewählter Exponate die technische Entwicklung der Schweißtechnik und schlug die Brücke zu modernen Verfahren. Anschließend übernahm Georg Trensch. Der Fachbereichsleiter führte in aktuelle Anwendungen innovativer Schweißtechnik und additiver Fertigungsverfahren ein. 

Besonders praxisnah wurde es anschließend im Bereich der zerstörungsfreien Prüfung. Henry Fischer und Steven Tornack aus der Abteilung Werkstofftechnik stellen unterschiedliche Prüfverfahren vor und erklärten deren Bedeutung für Qualitätssicherung und Bauteilsicherheit.

  • Sichtprüfung (VT)
  • Magnetpulverprüfung (MT)
  • Farbeindringprüfung (PT)
  • Durchstrahlungsprüfung mit Film- und digitalen Verfahren (RT)

Die direkte Arbeit an Prüfverfahren machte technische Zusammenhänge greifbar. Viele der Jugendlichen erlebten erstmals, wie moderne Messtechnik, Digitalisierung und Werkstoffprüfung zusammenwirken. Die Schülerinnen und Schüler konnten selbst erfahren, wie wichtig ein tiefes Verständnis für Werkstoffe, Fertigungsprozesse und Belastungen ist, um Materialfehler oder Fertigungsabweichungen frühzeitig erkennen und vermeiden zu können.

Gerade die Verbindung aus Theorie, praktischer Anwendung und direkter Arbeit mit moderner Prüftechnik sorgte für großes Interesse. Für viele Teilnehmende war überraschend, wie digital, vernetzt und interdisziplinär moderne Werkstoffprüfung inzwischen arbeitet. 

Begeisterung für Technik durch direkte Erfahrungen

Die Rückmeldungen der Teilnehmenden und Begleitpersonen bestätigten den Erfolg des Camps. Besonders die persönliche Betreuung, die praktischen Übungen und die direkte Begegnung mit moderner Technik hinterließen Eindruck.

Gabriele Felke vom Georg-Cantor-Gymnasium Halle bedankt sich ausdrücklich bei der SLV Halle GmbH und den Mitarbeitenden:

„Den Schülern hat der Tag in der SLV sehr gut gefallen und auch die Begleiter waren voll des Lobes. Wir sowieso!“

Das Camp zeigte, wie wichtig reale technische Erfahrungen für die Nachwuchsförderung sind. Viele Schülerinnen und Schüler begegnen Themen wie Werkstofftechnik, Schweißtechnik oder Qualitätssicherung im Schulalltag nur am Rande. Praktische Formate schaffen hier einen deutlich direkteren Zugang und machen technische Berufe verständlicher. 

Nachwuchsförderung als gemeinsamer Auftrag

Gerade in technisch geprägten Branchen gewinnt die frühzeitige Nachwuchsförderung zunehmend an Bedeutung. Das MINT-EC gilt bundesweit als Excellence-Netzwerk für Schulen mit ausgeprägtem mathematisch-naturwissenschaftlich-technischem Profil. Ihre Veranstaltungen leisten dazu einen wichtigen Beitrag und bringen junge Talente direkt mit moderner Technologie, Forschung und industrieller Praxis in Kontakt. Mit der SLV Halle GmbH, der Elektro-Thermit GmbH & Co. KG sowie dem Fraunhofer IMWS wirkten mehrere Partner zusammen, um unterschiedliche Perspektiven auf Werkstofftechnik, Qualitätssicherung und moderne Industrieprozesse zu vermitteln und langfristig zu begeistern.