Erfahrungsaustausch Schienenfahrzeugbau ordnet neue Normen praxisnah ein

Der Schienenfahrzeugbau steht vor wachsenden Anforderungen an Sicherheit, Dokumentation und Qualifikation. Beim 26. Erfahrungsaustausch für Schweißaufsichtspersonen im Schienenfahrzeugbau an der SLV Halle kamen Fachkräfte aus Industrie, Instandhaltung und Qualitätssicherung zusammen, um aktuelle Entwicklungen in Normung, Verfahren und Organisation praxisnah zu diskutieren. Die Veranstaltung ist als anerkannte Weiterbildung konzipiert und ermöglichte eine nachweisliche Aktualisierung des Fachwissens.

Normen, Regelwerke und Verantwortung im Zusammenspiel 

Einen fachlichen Schwerpunkt bildeten aktuelle Entwicklungen in Normung und Richtlinien. Horst Büttemeier stellte den Stand der Merkblätter der Reihe DVS 1620 und 1621 vor und erläuterte deren Bedeutung für Arbeitsproben, Dokumentation und Nachweisführung. Ergänzend ordnete Bernd Grunewald neue europäische Regelwerke ein, die zunehmend ineinandergreifen und höhere Anforderungen an Organisation und Qualitätssicherung stellen.

Deutlich wurde, dass Schweißaufsichtspersonen stärker denn je an der Schnittstelle zwischen Technik, Dokumentation und Verantwortung agieren. Bestehende Abläufe müssen überprüft und angepasst werden, um auch künftig regelkonform und nachvollziehbar zu bleiben.

Martin Wilhelm-Schällig von Mahle GmbH Heinsdorfergrund griff dabei die besondere Herausforderung und Herangehensweise bei der Umstellung von manuellem Schweißen zu automatisierten Prozessen auf.

Sicherheit und Qualifikation als Kernkompetenz der SLV Halle

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf sicherheitsrelevanten Verbindungstechniken. Geschäftsführer Steffen Wagner zeigte anhand der DIN EN 17976, wie sich die Anforderungen an Schraubenverbindungen verschärft haben. Risikoklassen, Qualifikation und Dokumentation rücken stärker in den Fokus und machen deutlich, dass Schraubenverbindungen künftig vergleichbar konsequent zu behandeln sind wie Schweißverbindungen.

Mit dem Beitrag zum handgeführten Laserstrahlschweißen stellte Amadeus Aurin ein Verfahren vor, das technologisches Potenzial bietet, jedoch klare Rahmenbedingungen erfordert. Neben Vorteilen wie hoher Geschwindigkeit und geringer Wärmeeinflusszone standen Sicherheitsanforderungen, Laserschutz und Qualifikation im Mittelpunkt. Die Liveübertragung aus der Praxis zeigte, dass neue Verfahren fundierte Fachkenntnisse und klar definierte organisatorische Strukturen voraussetzen.

 

Instandhaltung, Dokumentation und Austausch als tragende Elemente

Einen praxisnahen Einblick in die Instandhaltung von Güterwagen gab Heiko Störmer von der LTH Waggonwerkstatt GmbH. Anhand realer Beispiele wurde deutlich, wie eng Schweißen, Prüfen, Messen und Dokumentation miteinander verzahnt sind. Neben technischer Kompetenz sind strukturierte Abläufe, belastbare Dokumentationen und eine abgestimmte Zusammenarbeit mit Kunden und Prüfstellen entscheidend.

Austausch auf Augenhöhe bleibt der zentrale Mehrwert

Neben den Fachvorträgen bot der Erfahrungsaustausch Raum für Diskussionen und persönlichen Austausch. Dieser Dialog auf Augenhöhe erwies sich erneut als zentraler Mehrwert des Formats. Der Erfahrungsaustausch bestätigte den Bedarf an Formaten, die fachliche Aktualisierung, anerkannte Weiterbildung und praxisnahen Austausch verbinden. 

Die SLV Halle wird dieses Angebot auch künftig fortführen, um den fachlichen Dialog im Schienenfahrzeugbau gezielt zu unterstützen.

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