Rad Schiene rückt Lehrgang für Zukunftstechnologien der Bahn in den Fokus

Rund 600 Fachteilnehmer aus Industrie, Forschung und Instandhaltung kamen auf der 21. Internationalen Schienenfahrzeugtagung Rad Schiene in Dresden zusammen. Die SLV Halle GmbH beteiligte sich mit einem Fachvortrag zu Schweißverbindungen nach EN 15085 sowie mit einem Messestand des Bündnisses TRAINS.

Der Stand entwickelte sich zu einem Treffpunkt für Gespräche zu Ersatzteilstrategien, additiver Fertigung und Qualifizierung im Bahnsektor.

Wenn Ersatzteile verschwinden, entsteht Handlungsdruck

Schienenfahrzeuge erreichen Lebensdauern von mehreren Jahrzehnten. Für Betreiber entsteht dadurch eine zentrale Herausforderung. Viele Bauteile sind nach einigen Jahren nicht mehr verfügbar.

Hier setzt das Projekt TRAINS an. Die SLV Halle GmbH zeigte am Messestand Ansätze zur drahtbasierten additiven Fertigung zur Herstellung von Ersatzteilen.

Gespräche mit Industrie und Forschung, unter anderem mit dem DLR und der ZEDAS GmbH, bestätigten das Interesse aus der Praxis.

Im Mittelpunkt standen vor allem

  • Einsatzmöglichkeiten der drahtbasierten additiven Fertigung für Ersatzteile
  • Auslegung und Konstruktion additiv gefertigter Metallbauteile
  • Schraubenverbindungen als sicherheitsrelevante Elemente im Schienenfahrzeugbau
  • Digitale Instandhaltungssysteme im öffentlichen Nahverkehr

Additive Fertigung entwickelt sich damit zunehmend zu einer technischen Option zur Sicherung der Ersatzteilversorgung.

Qualität bei Fertigungsverfahren bleibt entscheidend

Für sicherheitsrelevante Bauteile im Bahnsektor gelten strenge Qualitätsanforderungen. Eine zentrale Grundlage bildet die Norm EN 15085 für Schweißarbeiten an Schienenfahrzeugen und deren Bauteilen. Prof. Steffen Keitel stellte diese Anforderungen in seinem Vortrag vor.

Die Norm definiert Anforderungen an Herstellungsprozesse, Qualifikation von Personal und Qualitätssicherung bei geschweißten Bauteilen.

„Diese Anforderungen gewinnen auch bei additiv gefertigten Metallbauteilen an Bedeutung. Dokumentation, Prüfung und qualifiziertes Fachpersonal bleiben zentrale Voraussetzungen für den Einsatz sicherheitsrelevanter Komponenten“, erklärt Keitel.

Zukunftstechnologien der Bahn brauchen qualifizierte Fachkräfte

Genau diese technischen und organisatorischen Herausforderungen greift der Lehrgang Gestalter PTB Perspektiv Technologien Bahn auf. Der Lehrgang vermittelt Grundlagen und aktuelle Entwicklungen der Bahntechnik:

  • Obsoleszenzmanagement für mechanische, elektrische und elektronische Baugruppen
  • Datenbasierte Instandhaltungsstrategien
  • Additive Fertigung als Ersatzteilstrategie
  • Alternative Antriebe für Schienenfahrzeuge und Busse
  • Wirtschaftlichkeit in der Bahntechnik

Bis zu 16 Teilnehmende aus Eisenbahnverkehrsunternehmen, Führungsebenen sowie Instandhaltungs- und Flottenmanagement können vom 20. bis 24. April 2026 im IHK-Bildungszentrum Dessau teilnehmen. Nach 50 Unterrichtseinheiten und einem bestandenen Test erhalten sie ein IHK-Zertifikat.

Neue Impulse für Kooperationen im Bahnsektor

Neben technischen Fragestellungen standen auch Kooperationen im Mittelpunkt der Tagung. Damit bestätigt die Tagung Rad Schiene ihre Bedeutung als Plattform für den Austausch zwischen Industrie, Forschung und Weiterbildung im Bahnsektor.

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