JOIN-TRANS 2026 bringt Europas Bahnbranche in Antalya zusammen

Am 7. und 8. Mai lud die GSI SLV-TR gemeinsam mit der SLV Halle GmbH zur JOIN-TRANS 2026 nach Antalya, Türkei, ein. Dort traf sich die europäische Bahnbranche, um aktuelle Entwicklungen im Schienenfahrzeugbau, neue Anforderungen an mechanische Verbindungsmittel sowie die praktische Umsetzung technischer Regelwerke wie der DIN EN 15085 zu diskutieren.

Verantwortung für EN 15085 und europäische Qualitätssicherung

Bereits die vorgeschaltete Sitzung des European Committee for Welding of Railway Vehicles (ECWRV) zeigte die enge organisatorische Zusammenarbeit europäischer Akteure im Schienenfahrzeugbau. Unter Leitung von Prof. Steffen Keitel standen unter anderem die Weiterentwicklung des EN 15085 Online-Registers, die Anerkennung von MCBs sowie die Qualifizierung von Auditorinnen und Auditoren im Fokus.

Die SLV Halle GmbH war dabei mit zentralen Verantwortlichkeiten vertreten:

  • Geschäftsführer Steffen Wagner als Verantwortlicher für Online-Register EN 15085 inkl. Sekretariat und Qualifizierungsstelle von ECWRV-Auditoren
  • IT-Fachbereichsleiter Matthias Schmidt als Experte für das Online-Register
  • Abteilungsleiter Qualitätssicherung René Elbe als Auditor

Als starkes Team wirkten sie aktiv an den Diskussionen mit und unterstrichen die enge Zusammenarbeit zwischen ECWRV und SLV Halle GmbH im Bereich europäischer Qualitätssicherung.

Schweißtechnik im Spannungsfeld zwischen Regelwerk und Praxis

Unter Leitung von Keitel zeigte der erste Konferenztag, wie eng technische Regelwerke, Fertigungspraxis und Qualitätssicherung im europäischen Schienenfahrzeugbau inzwischen miteinander verzahnt sind. Beiträge aus Industrie und Forschung beleuchteten unter anderem die praktische Anwendung der ECWRV-Richtlinien, Produktionsschweißprüfungen sowie die Weiterentwicklung des europäischen Regelwerks der vergangenen 15 Jahre.

Dabei wurde deutlich, dass sich die Anforderungen längst nicht mehr allein auf den Schweißprozess beschränken. Themen wie Aluminiumverbindungen, Korrosionsschutz und beschichtete Kontaktflächen beeinflussen zunehmend die Prozesssicherheit, Dokumentation und Nutzungsdauer moderner Schienenfahrzeuge.

Mechanische Verbindungsmittel gewinnen im Schienenfahrzeugbau an Bedeutung

Der zweite Veranstaltungstag unter Leitung von Steffen Wagner erweiterte den Fokus gezielt auf mechanische Verbindungsmittel und ergänzende Fügetechnologien. Im Mittelpunkt standen Schraubenverbindungen nach DIN EN 17976, beschichtete Kontaktflächen, Klebtechnik, Nieten sowie Verbundprozesse.

„Sichere Verbindungen entstehen nicht durch Einzelkomponenten. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Montage, Vorspannkraft, Beschichtungssystemen und dokumentierter Qualitätssicherung über die gesamte Prozesskette hinweg“, erklärt Steffen Wagner, Geschäftsführer der SLV Halle GmbH.

Genau diese Entwicklung hatte die SLV Halle GmbH bereits beim Erfahrungsaustausch „Mechanische Verbindungsmittel“ im März aufgegriffen. Die Veranstaltung verdeutlichte, dass normative Anforderungen zunehmend eine vollständige Prozessabsicherung und nachvollziehbare Dokumentation verlangen.

Gemeinsam bewiesen die Fachvorträge, dass Verbindungsmittel und Bauteile als funktionale Einheit betrachtet werden müssen, um Dauerhaftigkeit und Betriebssicherheit langfristig sicherzustellen.

Zwischen Fachausstellung, Küste und Konferenzsaal

Neben dem Fachprogramm bot die JOIN-TRANS 2026 unter der Organisation von Özgür Akçam und Özlem Karaman, GSI SLV-TR, zahlreiche Möglichkeiten für internationale Vernetzung. Die SLV Halle GmbH präsentierte sich gemeinsam mit Barbarino & Kilp GmbH – HYTORC und EJOT SE & Co. KG Werk Tambach auf der angeschlossenen Fachausstellung.

Das Limak Hotel in Antalya bot mit direkter Strandlage, gemeinsamer Zeit am Buffet und kurzen Wegen zwischen Ausstellung, Vorträgen und Gesprächen einen Rahmen, der intensive Diskussionen über Länder- und Organisationsgrenzen hinweg förderte. Die gemeinsame Bootsfahrt entlang der Küste Antalyas bis zum Düden-Wasserfall schuf am ersten Konferenztag zusätzlichen Raum für vertiefende Gespräche zwischen Industrie, Normgeber und Prüforganisationen.

Sichere Schienenfahrzeuge brauchen gemeinsame Standards

Die Konferenz betonte, dass sichere und dauerhaft belastbare Schienenfahrzeuge einheitliche Qualitätsanforderungen, nachvollziehbare Dokumentation und qualifiziertes Fachpersonal erfordern.

Eines haben die beiden Tage klar gezeigt: Die Geschäftsführung sowie die Fachexperten der SLV Halle GmbH werden auch künftig den sicheren Betrieb und die Weiterentwicklung des Online-Registers EN 15085 sowie die damit verbundenen Tätigkeiten zur Anerkennung von MCBs und Auditoren gemeinsam mit dem ECWRV aktiv begleiten und absichern.

Die SLV Halle GmbH dankt der GSI SLV-TR für die Organisation vor Ort und Magmaweld für die finanzielle Unterstützung der Veranstaltung.